Die Stimme der Frau in der Anwaltschaft       „Frauen vor  den Vorhang“

DR. ALIX FRANK-THOMASSER, Gründerin der Alix Frank Rechtsanwälte GmbH in Wien, spezialisiert auf M&A, Gesellschaftsrecht, Restrukturierungen, Europäisches Vertragsrecht etc. diverse Funktionen in der Standes- vertretung national und international. Gründerin und Obfrau des Vereins „Women in Law“

 

Im Kontext „Frauen vor den Vorhang“ finden zahlreiche Initiativen statt, erfolg- reiche berufliche Frauenschicksale sichtbarer als bisher zu machen.

 

Ob nun im August dieses Jahres Romy-Sophie Katz (Digitalisierungsprojektleiterin bei RHI Magnesita) in diesem Zusammenhang klar legt, „Frauen müssen sich öfter und auch mehr behaupten als Männer, um sichtbar zu sein“, oder Power Frauen, wie Margit Koller Pfeifer als erfolgreiche Dachdeckermeisterin in einer klassischen Männerdomäne im Juni 2020 vorgestellt wird, oder, wie im Fall „Promoting the Best“, einer Initiative des beitsformen mit seiner Protagonistin Sophie Martinez, die neben Anwaltskanzleien, die Konzepte zur Förderung weiblicher Juristen erfolgreich umsetzen, auszeichnet, auch kürzlich die junge Anwältin Carmen Thornton als die 2020 die Branche in Österreich besonders prägende Anwältin oder die Anwältin Helene Klaar als Juristin des Jahrzehnts auszeichnete…

Allen diesen Initiativen liegt eines am Herzen: Berufich erfolgreiche Frauen und vor allem auch deren Erfolgskonzepte sichtbar zu machen und entsprechenden weiblichen „Nachwuchs“ zu berufichen Höchstleistungen zu motivieren. Ich werde in meiner Funktion als Obfrau des Vereins Women in Law/Frauen im Recht oft gefragt, was denn das Ziel unserer Initiative sei: „Irgendwann einmal nicht mehr darüber zu sprechen, weil Frauenkarrieren in Rechtsberufen eine Selbstverständlichkeit sind“, antworte ich dann.

 

Der Verein Women in Law/Frauen im Recht www. womeninlaw.info zeichnet am 19. November 2020 Frauen in Rechtsberufen mit der „JUSTITIA 2020“ in den Kategorien (a) International Lea- ders/Lifetime Awards, (b) Academia und (c) Young Achievers, Game Changers, Pioneers aus. 14 herausragende Frauen im Recht aus Österreich und aus dem Ausland sind für die Justitia 2020 in den genannten 3 Kategorien nominiert.

 

Eine der für die Auszeichnung international Nominierten, eine junge ägyptische Juristin, die seit 2013 im Anwaltsberuf tätig ist, möchte ich besonders gerne mit dem Blickwinkel auf Sinn und Hintergrund „Frauen vor den Vorhang zu holen“ vorstellen. Ihr Wahlspruch, um nicht zu sagen ihre Kampfansage ist: „A right is never lost, as long as someone strives to claim it!“ Omnia Gadalla (https://www.google.at/amp/s/ www.africanwomeninlaw.com/amp/the-egypti-an-woman-judge-setting-the-bar-for-gender- equality) bemüht sich seit 2014 mit zwei eigens hierfür angestrengten Verfahren gegen den ägyptischen Präsidenten bzw. den Egypt State Council mehr Frauen im Richterberuf durchzusetzen. Die Zahlen dieser Initiative sprechen für sich: Unter 16.000 männlichen Richtern gibt es nur 66 weibliche Richter und das bei einer Bevölkerungsanzahl von 104 Millionen Staatsbürgern und StaatsbürgerInnen.

 
 

In Ägypten ist es daher heute noch keine Selbstverständlichkeit, dass auf der Richterbank die entsprechende Diversität präsent ist, die auf Seiten Kläger, Beklagter oder Angeklagter von vorneherein gegeben ist. Als Rechtsuchender werde ich mich nur dann mit einem Urteil, wie immer es auch ausgeht, „anfreunden“ können, wenn ich mich auf der Richterbank auch entsprechend „vertreten“ wiederfinde.

 

Umso herausragender empfinde ich Omnia Gadalla’s Mut, die ägyptischen Gerichte mit einer Klage gegen den Präsidenten zu befassen, um demokratische Grundprinzipien durchzusetzen.

 

Erfolgreiche Frauen, die ihre Ausbildung und ihre Fachkenntnis nicht nur zum eigenen Wohl nützen, sondern auch, um wichtige demokratische Grundprinzipien durchzusetzen, sind unbestreitbar ein Vorbild, das wir in jedem Land der Welt nötig haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Omnia Gadalla