"Wertschöpfende Mobilitätslösungen"

DYNAMISCHES GESCHÄFT. Das Unternehmen, für das er arbeitet, bewegt rund 15.000 Fahrzeuge auf Österreichs Straßen. Diese Autos werden mithilfe des „operating leasing“ für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Mit einer Reihe von Services rundherum. Das Unternehmen verspricht "wertschöpfende Mobilitätslösungen". Für die Rechtsabteilung gibt es da einiges zu tun.

Mario Zlattinger, 36, stammt aus Klagenfurt in Kärnten. Studium und Beruf haben ihn mittlerweile nach Wien geführt. Hier fühlt er sich wohl, privat und im Job. „Es ist eine tolle Aufgabe, in diesem Unternehmen zu arbeiten“ sagt er im Besprechungszimmer eines hochmodernen Business-Centers am Handelskai. Die Firma, deren Rechtsabteilung er leitet, heißt „ALD Automotive“ und beschäftigt sich mit Fuhrparkmanagement und Leasing. Eine wichtige Adresse für Unternehmen mit einem großen Außendienst, für den Autohandel oder für Private.

 

Mit dem Produkt „operating leasing“ stellt ALD Automotive in einer Art Sorglos-Paket Fahrzeuge zur Verfügung. Die Kunden entscheiden sich für ein Automobil, das von ALD angekauft wird. Ab da müssen sie sich – verkürzt gesagt – um nichts mehr kümmern.

Einsteigen, den definierten Zeitraum mit dem Auto fahren – und dann das Auto einfach wieder abgeben. "Zum jeweiligen Fahrzeug bieten wir ein umfangreiches Dienstleistungspaket“ betont der Unternehmensjurist. „Dieses reicht von der Vignette über die Versicherung zu Road Assistance, Mobilitätsgarantie, Technik-Service bis zu den Reifen“.

 

Angekommen

Am Beginn seiner Ausbildung im Wirtschaftsrecht plante Mario Zlattinger eine Laufbahn in der Anwaltei. Parallel zu seinem Studium (Abschluss LL.M.) arbeitete er bereits in Anwaltskanzleien, mehrfach absolvierte er Praktika bei der OMV, die ihm ein Jobangebot machte. Da war seine Zeit noch nicht reif für ein Dasein als Unternehmensjurist. Er begann als Konzipient bei CMS und setzte diese anwaltliche Grundausbildung in einer Kanzlei in Mödling fort. Das Gefühl, für seine Arbeit "zu wenig Feedback, speziell von der Klientenseite, zu bekommen“ führte ihn schließlich in die Rechtsabteilung der Integral-Holding. Dort ging es um den Schwerpunkt Vergaberecht und um Verhandlungen mit Großkunden bzw. Lieferanten. Wie bei vielen jungen, ambitionierten Menschen brachte die Corona-Phase auch für ihn unerwartete Verwerfungen im Job. Dann eine neue Chance: ALD Automotive.

„Hier herrscht genau jene kooperative Arbeitsatmosphäre, wie ich sie mir immer gewünscht habe“ freut sich Mario Zlattinger.

 

Spannendes Leasing-Geschäft

Das Geschäft mit dem „operating leasing“ läuft für ALD Automotive gut. Der Unternehmensjurist: „Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern sind wir profitabel". Die österreichische und die Schweitzer Leasing-Tochter gehören zu einer französischen Mutterfirma, hinter der der französische Konzern „Société Generale“ steht, dessen Aktien an der Börse in Paris gehandelt werden.

In Österreich beschäftigt ALD Automotive rund 100 Mitarbeiter:innen, die in den Bereichen Sales, Back office, Technik, Risk und Finance tätig sind. Auf der Kundenliste des Direktgeschäfts stehen klingende Namen wie Canon und Pfizer, das Indirekt-Geschäft mit dem Autohandel entwickelt sich ebenfalls erfreulich. Der Anteil der Elektroautos steigt kontinuierlich, bis 2025 erwartet ALD einen Anteil von 30% an der gesamten Leasing-Flotte.

 

Die Rechtsabteilung besteht aus Mario Zlattinger LL.M. sowie einem zweiten Juristen und ist auch für das Geschäft in der Schweiz zuständig. Somit hat der Unternehmensjurist nicht selten auch in Zürich zu tun.

„Unsere Aufgaben liegen hauptsächlich im Vertragsrecht, im Zivilrecht und im Mietrecht“ sagt Zlattinger. „Die relativ kleine Zahl von Streitigkeiten am Ende der Vertragslaufzeit eines geleasten Fahrzeugs werden in der Regen kulant und sehr selten vor Gericht gelöst“.

 

Und jetzt: Übernahme

Für den Unternehmensjuristen beginnt gerade eine spannende Zeit. Mit der Entscheidung von ALD Automotive, den Konkurrenten „Lease Plan“ zu übernehmen, startet ein rechtlich und organisatorisch hochinteressanter Prozess. „Da geht es um Verschmelzungsrecht, aber auch um Fragen des Arbeitsrechts" weiß Mario Zlattinger. "Immerhin übernehmen wir ein Unternehmen, das mit 170 Mitarbeiter:innen personell deutlich größer ist.“ Die Stimmung in der anlaufenden Zusammenführung bezeichnet der Unternehmensjurist als gut und sehr kooperativ. Am Ende wird seine Rechtsabteilung mehr als doppelt so groß sein, weil bei Lease Plan bereits zwei Jurist:innen und ein juristischer Mitarbeiter arbeiten. 

"Nicht gesucht, aber gefunden" könnte das Motto der beruflichen Story von Mario Zlattinger lauten. Es läuft und läuft...