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"Der technische Schulterschluss" - Rechtsfragen und Haftung bei Zusammenwirken verschiedener Gewerke - Müller Partner Rechtsanwälte

Dr. Bernhard Kall und Mag. Heinrich Lackner

Anfang Oktober 2017 luden die Baurechtsexper­ten RA Dr. Bernhard Kall und RA Mag. Heinrich Lackner zum Jour Fixe mit dem Thema „Der tech­nische Schulterschluss – Rechtsfragen und Haf­tung beim Zusammenwirken verschiedener Ge­werke“ in die Räumlichkeiten der Wiener Wirt­schaftskanzlei Müller Partner.

 

Kall eröffnete den Abend mit dem Thema Koordinierung der Werkherstellung durch den Bauherrn (Auftraggeber). „Obwohl die Projekte immer komplexer geworden sind und dieser Befund auch für die zugrunde liegenden Vertragswerke gilt, ist und bleibt die Koordinierung eine Kernaufgabe des Auftraggebers“, betonte Kall. Kritisch sieht Kall die Tendenz, dass Bauherren vor allem bei Großpro­jekten versuchen, den Auftragnehmern im Ver­trag mehr und mehr Koordinierungsaufgaben zu übertragen. Lackner knüpfte an diese Ausführun­gen an, wechselte jedoch die Perspektive. „Sämtli­che Beiträge, die von Auftraggeberseite kommen, unterliegen der Prüf- und Warnpflicht durch die Auftragnehmer“, stellte Lackner klar. Die Auftrag­nehmer haben ihren Vertragspartner zu warnen, falls etwa Baugrund, Baustoffe, Pläne und alles sonst, was ihnen im Rahmen der Ausführung zur Verfügung gestellt wird, untauglich sein sollte. Das gilt auch für die Koordinierung durch den Auftraggeber und besonders dort, wo es um Vor­leistungen geht. Als Fazit lässt sich zusammenfas­sen: Das Zusammenwirken verschiedener Gewerke wird Bauherren, Planer und Bauausführende auch in Zukunft vor viele Herausforderungen stellen.