1. Wie man Geschäft vermeidet…


Einem Textilhändler in Tirol stößt sauer auf, dass der ORF in einem Lokal-TV-Programm einer Mitbewerberin einen regelmäßigen Sendeplatz zur Verfügung stellt, den sie seit Jahren dazu benutzt, Werbung für ihr eigenes Geschäft zu betreiben.

Der verärgerte Händler fragt bei einem ihm bekannten Anwalt nach, ob er ihm einen Spezialisten zur Behandlung dieser Sache empfehlen könne.
Nach kurzem Nachdenken nennt ihm dieser zwei Varianten: eine größere Kanzlei im Bundesland oder einen schillernden Anwalt in Wien. Die
Bundesland-Idee wird dann verworfen, weil Händler und Anwalt befürchten, die genannte Kanzlei wolle es sich mit dem ORF nicht verscherzen.

Also Anruf beim schillernden Anwalt in Wien, bekannt für Mut im Wettbewerbsrecht, fetzige Website und selbstbewusstes Auftreten. Das Telefon wird von einem jungen Mann abgehoben, der freundliches Interesse signalisiert. Er fordert den Händler auf, seinen Namen zu buchstabieren und stellt den Rückruf des Anwalts in Aussicht. Nach zwei Minuten ruft der junge Mann zurück und meint, der Herr Anwalt sei gerade in einer Besprechung und der Händler möge genauer beschreiben, worum es denn geht. Der Händler schildert das Thema. Der junge Mann verspricht Weiterbehandlung und verabschiedet sich.

10 Minuten später läutet beim Händler wieder das Telefon. Eine weibliche Stimme, offenbar eine Konzipientin, beginnt ein Gespräch mit dem Händler. Dem allerdings wird es zu bunt. Er erklärt der Frau, dass die Sache erledigt sei, wenn man
ihm den Kontakt mit dem Herrn Anwalt nicht ermögliche. Und legt auf. Der schillernde Anwalt verzichtet auf den gewünschten Anruf und vermeidet den Auftrag.

Status: Der Job ist noch offen.


2. Wie man Hühner vertreibt …


Neben einem großen Bauernhof am Salzburger Land haben sich (auf den ehemaligen Grundstücken des Bauern) in den letzten Jahrzehnten mehrere Familien mit Einzelhäusern angesiedelt. Da die Gegend fast verkehrsfrei ist erlaubt die Bäuerin sowohl Schafen wie auch Hühnern, sich frei auf den Wiesen zu bewegen. Dies ist nicht im Sinne einer Nachbarsfamilie. Anfangs
beschwert sie sich bei Polizei und Bürgermeister darüber, dass der Hahn am Morgen kräht und begehrt, den Hahn zu entfernen. Diesem Wunsch wird nicht nachgegeben.

Eines Tages geschieht jedoch das Unfassbare: Zwei Hühner gelangen trotz rigoroser Umzäunung auf das Grundstück der hühnerkritischen Nachbarn.
Es gelingt zwar, diese Hühner zu vertreiben, doch der Schock steckt tief.

Der Nachbar beauftragt einen Anwalt, Klage wegen Besitzstörung zu führen. Der Anwalt nimmt seine Sache ernst, forscht die 23-jährige, in ihrer Berufsausbildung stehende Eigentümerin der Hühner aus und lässt ihr seine Forderung über insgesamt 500 Euro (Besitzstörung plus Kosten Anwaltsschreiben) zustellen.
Status: Rechnung bezahlt, heißer Tipp für schnelles Geld.