Legal Tech vernetzt KMU’s und Anwälte


DR. MAXIMILIAN KINDLER, LL.M, MBA gründete im März 2021 die Internet-Plattform „incaseof.law“, nachdem er viele Jahre erfolgreich als Unternehmensjurist tätig war.
DR. MAXIMILIAN KINDLER, LL.M, MBA gründete im März 2021 die Internet-Plattform „incaseof.law“, nachdem er viele Jahre erfolgreich als Unternehmensjurist tätig war.

INCASEOF.LAW: Keine „Anwaltssuchmaschine“, sondern eine Plattform, die kleinen und mittleren Unternehmen hilft, hochwertige Rechtsberatung für ihre speziellen Bedürfnisse zu bekommen. Künstliche Intelligenz auch zum Vorteil der Anwälte.

Weit über 90 Prozent der österreichischen Unternehmen sind sogenannte KMU’s. Im Gegensatz zu den übrigen großen, teils internationalen Unternehmen verfügen die KMU’s in der Regel nur ganz selten über eine eigene Rechtsabteilung. Dennoch ergeben sich aus dem täglichen Geschäft kleiner und mittlerer Unternehmen immer wieder Fragestellungen, die über die Expertise einer einzelnen Anwältin, eines Anwalts oder auch einer Kanzlei hinausgehen.

Diese Erfahrung machte Dr. Maximilian Kindler, nachdem er als Leiter der ÖBB-Rechtsabteilung in die Funktion eines Geschäftsführers einer Firma übergewechselt war. „Generalisten für kleine und mittlere Unternehmen gibt es in der Anwaltschaft sehr selten“ lautet seine Beurteilung des Marktes.

 

„Wir entwickeln Geschäft für Anwälte“

Aus dem Befund, dass die Beratungsbedürfnisse deutlich breiter liegen als das Beratungsangebot entwickelte Kindler die Grundidee zur Plattform „incaseof.law“. Die Mission dahinter: „Wir entwickeln Geschäft für Anwälte“. Ganz anders als sogenannte Anwaltssuchmaschinen stellt dieses Portal mehr zur Verfügung als eine Adressliste mit aufgelisteten Spezialgebieten von Anwälten und Kanzleien. Die jeweilige KMU gibt ihr Anliegen ein und Künstliche Intelligenz (KI) bereitet das Thema für die Verarbeitung vor. In die Abteilung „automatisierte Erledigungen“ fallen etwa Forderungsbetreibungen,
Inkasso, Mahnklage oder Vertrags- Checks. Diese Vorgänge werden bewertet und – falls nötig – zur Weiterbearbeitung für einen Rechtsanwalt/eine Rechtsanwältin aufbereitet. Dies geht so weit, dass der am jeweiligen Fall interessierte Anwalt bereits ein Anschreiben zum Thema erhält. Die Plattform reicht also ein komplett vorbereitetes Paket an eine Anwältin/einen
Anwalt weiter.

Dies gilt auch für Vertrags-Checks, wie sie in der Welt der KMU’s täglich hundertfach notwendig sind. Dr. Maximilian Kindler: „Unserer Plattform sind mehrere Rechtsdatenbanken hinterlegt, die so einen Check in kürzester Zeit und mit höchster
Kompetenz durchführen können.“

 

„Wir matchen Fall mit Kompetenz“

Die fortlaufend aktuelle Hinterlegung tertiärer Literatur steigert die Expertise von „incaseof.law“ permanent. Damit wird das Ergebnis der „einfacheren“ Vorgänge (siehe Inkasso) optimiert („Unser Einbringungsquote liegt bereits über 80 Prozent“), aber auch die Qualität jener Information gesteigert, die die Plattform den Anwältinnen und Anwälten zur Verfügung stellt. „Wir schaffen damit eine ‚Rechtsabteilung on demand‘“ erklärt Maximilian Kindler. Der Plattform-Gründer und seine fünf Partner verstehen sich als „Supporter der Anwaltschaft“ – sowohl bei einfachen wie auch bei komplizierten Themen. Der Vorteil der Künstlichen Intelligenz liege auf der Hand: „Hochgradige Standardisierung durch Digitalisierung“. Als Anwendungsgebiete nennt Kindler etwa das Insolvenz-Tool, das in wenigen Sekunden die Gläubiger-Listen analysiere, oder das Vergabe-Recht, wo man KMU’s die qualifizierte Durchsicht von Ausschreibungsunterlagen in kürzester Frist zur Verfügung stellen könne.

 

20 Jahre mitten im Rechtsleben

Dass Maximilian Kindler einige Facherfahrung in die neue Plattform einbringt lässt sich an seiner Berufsbiografie ablesen. Nach seinem Rechtsstudium inklusive Promotion und LL.M. arbeitete er bereits als Konzipient am Prospekt für den Börsegang von KTM mit. Fasziniert von der Unternehmenswelt wechselte er in die Rechtsabteilung von AT&S, dann zum Speditionsbereich der ÖBB und schließlich an die Spitze der dortigen Rechtsabteilung mit 30 JuristInnen. Seinen „Zug zum Tor“ beweist er seit mittlerweile 20 Jahren auch im Sport, wo er im Basketball Energie und Siegeswillen auftankt. Strahlender Sieger ist er mittlerweile auch in Sachen „incaseof.law“: KPMG Europa hat die Plattform als „beste KI-Anwendung im deutschsprachigen Raum“ ausgezeichnet.