Fünf Mythen über Factoring

 

Viele KMU ziehen Factoring für ihre Zwecke noch nicht in Betracht. Dabei baut die Skepsis häufig auf Annahmen auf, die sich bei genauerer Betrachtung als bloße Mythen erweisen. „Während es bei Großunternehmen bereits gang und gebe ist, fristet Factoring bei KMU noch immer ein Schattendasein“, sagt Andreas Draxler, 

DACH-Verantwortlicher von SVEA. Mit dem Unternehmen arbeitet er daran, das zu ändern. SVEA bietet flexible Factoring-Lösungen für kleine und mittelgroße Unternehmen an. „Dass Factoring und Inkasso zwei ganz unterschiedliche Dinge sind, wissen inzwischen die meisten. Aber trotzdem halten sich einige Mythen über Factoring hartnäckig“, sagt Draxler.

 

1. Factoring ist nur etwas für Großunternehmen

„Unser Angebot ist das beste Gegenbeispiel“, sagt Draxler. Denn SVEA bietet flexible Angebote für KMU. Dabei kann etwa vom Klienten entschieden werden, welche Rechnungen vom Factor übernommen werden und welche nicht. Doch selbst Beratern und Banken wüssten sehr oft nicht über derartige Angebote Bescheid, sagt Draxler. „Oder sie wollen es nicht sagen, da oft der eigene Factor, z. B. die Tochter einer Großbank, nur ‚Big Tickets Deals‘ durchführt“.

 

2. Factoring ist zu teuer für KMU

„Dass Factoring teuer ist, stimmt nur begrenzt“, sagt Draxler. Denn gleichzeitig nehme der Factor dem Unternehmen sehr viel Arbeit ab, etwa das Debitorenmanagement und etwaiges Inkasso. „Und der finanziell entscheidende Vorteil ist, dass das Geld bei Rechnungslegung am Unternehmenskonto ist und nicht erst 30 Tage später“. Die Investition rechne sich also sehr schnell. 

 

3. Factoring machen nur Unternehmen, die kein Geld von Banken bekommen

„Kritiker nehmen hier Bezug auf Unternehmen, die aufgrund fehlender Sicherheiten nicht so einfach eine Überbrückungsfinanzierung von der Bank zur Liquiditätssicherung bekommen. Für sie eignet sich Factoring tatsächlich besonders”, sagt Andreas Draxler. Das treffe etwa bei Unternehmen in der Frühphase häufig zu. Dadurch, dass es Liquiditätsengpässe verhindere, würde Factoring die Bonität dieser Unternehmen aber tatsächlich steigern.

 

4. Factoring funktioniert nur in bestimmten Branchen

„Mit der Branche hat es eigentlich nichts zu tun“, sagt Draxler. Ausschlaggebend sei bei Factoring, ob einerseits die Lieferung und die Leistung erfolgt sei und auch die Werthaltigkeit (Verität) überprüft werden könne. Er räumt ein: „Bei gewissen Unternehmen stellt dies ab und zu eine Hürde dar, da etwa beim Bau die Leistung und Lieferung nicht immer klar abgrenzbar ist und deshalb die Werthaltigkeitsprüfung schwierig ist“. Doch gerade mit flexiblen Factoring-Lösungen könne man auch in diesem Bereich gut arbeiten.

 

5. Factoring ist zu aufwendig für KMU

„Nachdem Factoring eingerichtet ist, läuft es defacto von selbst“, sagt Draxler. Einzig am Beginn, müsse man, wie bei jeder Dienstleitung, die Zusammenarbeit einrichten. „Der Factor erhält Einblicke ins Unternehmen, die andere Financiers nicht bekommen. Er hat ja letztlich keine anderen Sicherheiten als die Forderungen. Umso wichtiger

ist am Anfang einer klaren Kommunikation mit unserem Klienten und dem Debitor, also dem Kunden des Unternehmens“, erklärt Draxler. Im regulären Geschäftsbetrieb schafft Factoring Sicherheit in der Liquiditätsplanung. „Factoring eignet sich aber auch hervorragend in den Bereichen Sanierung und Restrukturierung“, erklärt Draxler. Hier sei es meist essenziell, rasch Liquidität wiederherzustellen. „Hier kann Factoring entscheidend für die Frage werden, ob man das Unternehmen fortführen kann, oder nicht“.