Zur Wahl!

 

 

RA Univ.-Prof. Dr.

Michael Enzinger

Präsident der RAK Wien


Die Rechtsanwaltskammer Wien wählt am 25. April im Rahmen der Plenarversammlung ihre Spitzenfunktionäre für die kommenden vier Jahre.

Selbstverwaltung bedeutet, dass die Funktionäre der Kammer durch die Gesamtheit der Mitglieder gewählt werden. Dies ist eine der Säulen unserer Autonomie und Teil des demokratischen Verfassungsprinzips. Die Wahlvorschläge liegen auf dem Tisch und sind über die Homepage für Mitglieder einsehbar. Zur Wahl für jede Funktion kann sich jedes Mitglied stellen, das zumindest 20 Unterstützungserklärungen nachweist. Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Enzinger sowie der Präsident des Disziplinarrates, Dr. Herbert Gartner, und zahlreiche weitere Funktionäre stellen

sich der Wiederwahl. Wahlberechtigt sind rund 3.100 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie rund 1.400 Konzipientinnen und Konzipienten. Da alle Kammerfunktionen ehrenamtlich ausgeführt werden, hofft Präsident Enzinger auf eine hohe Wahlbeteiligung: „Diese sehe ich einerseits als Zeichen der Anerkennung und andererseits als ein großes Signal für die Außenwirkung unseres Berufsstandes. Je stärker und geschlossener wir auftreten, umso gewichtiger wird unsere Stimme selbstredend auch bei wichtigen gesellschaftspolitischen Themen wie bei der Reform des Strafgesetzbuches oder dem Schutz der Grundrechte.“ Angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks wird es allerdings auch immer schwieriger, junge und vor allem engagierte Kolleginnen und Kollegen für ein

Ehrenamt zu gewinnen. Aber eines ist auch klar: Je breiter der Rückhalt im Berufsstand ist, desto attraktiver erscheint die Funktion. Vor vier Jahren folgten ca. 24 Prozent dem Ruf an die Wahlurne. „Ich wünsche mir da natürlich ein deutliches Plus“, betont Enzinger, „Wahlmüdigkeit ist ein demokratiepolitisches generelles Problem, wie die letzten Gemeinderatswahlen in Salzburg oder die Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft

gezeigt haben.“ Eine hohe Wahlbeteiligung ist essentiell für die Selbstverwaltung und Autonomie. Eine breite Basis

gilt gleichzeitig als Schutz vor möglichen staatlichen Eingriffen. Schließlich verwaltet die Anwaltskammer ja auch ihr eigenes Pensionssystem und übt – wie im Gesetz vorgesehen – Behördenfunktionen aus. „All dies darf der Anwaltschaft nicht aus der Hand genommen werden, weil wir sind die Interessensvertretung der österreichischen

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte!“