Justitia Awards 2020

 

 

Am 19. November des Vorjahres zeichnete der Verein „Women in Law“ hervorragende österreichische und internationale Juristinnen in den Kategorien International Leaders/Lifetime Awards, Academia und Young Achievers/Game Changers/Pioneers aus.


ANWALT AKTUELL präsentiert die Preisträgerinnen

 

Wir, die Women in Law Initiative, glauben stark an die Wichtigkeit von Präsentation und Auszeichnung weiblicher Vorbilder in der Rechtsbranche. Wir wollen mehr Frauen an der Spitze sehen und diesen Frauen wollen wir die Anerkennung geben, die sie verdienen. Mit den Justitia Awards zeigen wir, wie es diese herausragenden Frauen geschafft haben, Karriere in ihrem Rechtsberuf zu machen, Beruf und Privates auszubalancieren, sich Stereotypen zu widersetzen und trotz aller Hürden durch ihre Berufung zum Beruf einen enormen Einfluss auf die Rechtsbranche zu haben. Wir erhoffen uns durch die Präsentation dieser Juristinnen, ein Netzwerk der Motivation und Inspiration zu erschaffen und somit einen ganz wichtigen Dominostein der Gleichberechtigung in der Rechtsbranche in Bewegung zu bringen. Diese Form der realen und medialen Präsentation ist sehr wichtig, damit es keine Frauen mehr gibt, die ab dem ersten Tag ihrer Karriere damit rechnen müssen, dass sie jederzeit
an eine gläserne Decke stoßen könnten.

 

Mit unseren ursprünglich geplanten LIVE Justitia Awards 2020 sind wir mit der Corona-Pandemie selbst an eine Hürde gestoßen, ebenso Millionen von Frauen in der Dienstleistungsbranche, der Rechtsbranche und alleinerziehende und berufstätige Mütter, die durch die Corona-Pandemie überproportional betroffen waren. Wir haben diese Hürde mit unseren digitalen Justitia Awards 2020 (https://www.youtube.com/watch?v=qI_ w1wIBhQ0) genommen und haben uns daher ganz bewusst dazu entschieden, die Auswirkungen der Pandemie auf Frauen in der Rechtsbranche als Programmpunkt für unsere zweite Internationale Women in Law Konferenz aufzunehmen. Während der Women in Law Konferenz (9. – 11. September 2021, Universität Wien) werden wir die feierliche Zeremonie der Justitia Awards 2020 nachholen und die Awards an unsere Preisträgerinnen der Justitia Awards 2020 und an die Preisträgerinnen der Justitia Awards 2021 vergeben. Wir sind überaus stolz, diese außerordentlichen Frauen und Preisträgerinnen der Justitia Awards 2020 zu unserem Netzwerk zählen zu dürfen.

 

Als die erste weibliche Bundeskanzlerin Österreichs geht Brigitte Bierlein in die Geschichte Österreichs ein. Aber bereits ihr Karriereweg bis zur Bundeskanzlerschaft zeugt von großer Bedeutung. Anerkennung für ihr Engagement hat Brigitte Bierlein nicht nur durch den nationalen Justitia Award 2020 in der Kategorie Life Time Award erhalten, 2005 erhielt sie das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.

 

Christina Blacklaws inspiriert Frauen weltweit, sich in die männerdominierte Businesswelt der Rechtsbranche zu trauen und als Unternehmerinnen durchzustarten. Als ehemalige Präsidentin der Law Society von England und Wales bewies sie ihre Talente in Repräsentations- und Botschafterfunktionen. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin setzt sich engagiert und leidenschaftlich für Diversität und Gleichberechtigung ein und gewann damit die Justitia Awards 2020 in der Kategorie International Leader.


Jarpa Dawuni inspiriert als Professorin nicht nur ihre Studierenden, als Aktivistin engagiert sie sich für Frauenrechte, Diversität und Anti-Rassismus. Sie glaubt an ein starkes Netzwerk von Frauen, die sich gegenseitig unterstützen und an die Spitze bringen. Mit der „West African Research Association und den „African Research Academies for Women“ beteiligt sie sich an der Bildung genau solcher Netzwerke. Für ihre herausragenden Dienste wurde sie mit dem Obama White House Presidential Award ausgezeichnet. Sie erhielt den internationalen Justitia Award 2020 in der Kategorie Academia.

 

Ilse Reiter-Zatloukal ist Professorin und Forscherin am Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien und legt einen starken Fokus auf Geschlechter- und Frauenforschung. Durch ihren aktiven Einsatz gegen Diskriminierung und Benachteiligung möchte Ilse Reiter-Zatloukal dafür sorgen, dass die Geschlechterdiskriminierung bald auch ein Thema ist, über welches nur im geschichtlichen Kontext unterrichtet wird. Sie wurde mit dem nationalen Justitia Award 2020 in der Kategorie Academia ausgezeichnet.

 

Michaela Clicque musste in der stark männerdominierten Welt des Fußballs einige Hürden auf ihrem Karriereweg überwinden. Trotzdem hat sie es zu ihrem Traumberuf in einer Fußballorganisation geschafft. Michaela Clicque hat nicht nur die Stelle als juristische Beraterin von UEFA erreicht, sie steigt stetig auf der Karriereleiter auf und beweist, dass mit harter Arbeit, einer motivierten Einstellung und Leidenschaft unseren Möglichkeiten als Frauen in Rechtsberufen keine Grenzen gesetzt sind und hat damit den internationalen Justitia Award 2020 in der Kategorie Young Achievers/ Pioneers gewonnen.


Die ägyptische Anwältin Omnia Gadalla sticht schon in ihren jungen Jahren mit unglaublichen Erfolgen heraus. Mit ihrer Initiative „Her Honor Setting The Bar“ und als Widerstand gegen die Verweigerung des Richterinnenberufs für Frauen verklagte Omnia Gadalla den Justizminister und den Präsidenten Ägyptens. Trotz der ihr bewussten Gefahr dieses überaus mutigen Vorgehens in einer sehr männlich geprägten Gesellschaft Ägyptens, kämpft Omnia Gadalla mit unermüdlichem Einsatz für die Geschlechtergleichstellung. Sie erhielt den internationalen Justitia Award 2020 in der Kategorie Game Changer.


Die Rechtsanwältin Carmen Thornton verändert die Rechtsbranche in Österreich durch ihren Mut und ihre Kreativität. Als junge Mutter eröffnete sie ihre Kanzlei und nutzt seither, wohl als erste österreichische Anwältin, die Social Media Plattform Instagram zu Marketing- und PR-Zwecken – und das mit großem Erfolg. Über 17.000 Followern zeigt die Anwältin täglich, wie man Beruf und Privates mit Stil balancieren kann und inspiriert viele junge Frauen in Österreich, sich als Anwältin zu beweisen, wofür sie mit dem nationalen Justitia Award 2020 in der Kategorie Young Achievers/Pioneers ausgezeichnet wurde.


Ein außerordentlicher Sonderpreis wurde an die European Women Lawyers‘ Association (EWLA) verliehen. Diese herausragende Organisation vernetzt schon seit 20 Jahren Frauen aus verschiedenen Rechtsberufen und hilft ihnen, sich professionell weiterzuentwickeln. Sie vertritt mit Leidenschaft die Interessen von Juristinnen auf europäischer Ebene und gewinnt stetig an Größe und Anerkennung. Nicht nur unsere Preisträgerinnen, sondern auch die Nominierten der Justitia Awards 2020 leisten Bemerkenswertes im Bereich der Geschlechtergleichstellung.

 

Rosario Silva De Lapuerta ist seit 2018 Vizepräsidentin des Europäischen Gerichtshofs – eine Position, die in der Geschichte des EUGH zum ersten Mal von einer Frau besetzt wurde. Sie glaubt fest an die zentrale Rolle der Europäischen Union im Bereich der Gleichberechtigung.

 

Kathleen Hlaleni Dlepu Matolo hat es sich zur Aufgabe gesetzt, für die kommende Generation weiblicher Juristinnen bessere Berufsbedingungen zu schaffen. Sie kämpft im Zuge ihrer Anwaltskanzlei seit 1992 für mehr Inklusivität, Diversität und Geschlechtergleichstellung in Südafrika und erreicht auch ihre Kolleginnen am gesamten Kontinent Afrika durch engagierte Vernetzung.

 

Die Anwältin Rehana Khan Parker glaubt an die Kraft einer globalen Schwesternschaft von Frauen in Rechtsberufen. Sie gründete mit diesem Ziel vor Augen die Initiative WOZA – Women in Law Awards South Africa – und ermutigt so tausende von Frauen, gezielt ihren Karriereweg zu beschreiten.

 

Die Professorin Ivana Krstic organisiert im Zuge ihrer Position als Vorstand des serbischen Zentrums für Konferenzen einschlägige Vorträge und Diskussionsrunden. Sie verändert die konservativen Denkweisen in der Rechtsbranche in Kroatien
und hilft anderen Rechtspraktiker*innen dasselbe zu tun.

 

Antonia Petricušic ist eine sehr geschätzte Professorin und Vortragende, die das Thema der Geschlechtergleichstellung zu einer Priorität in Kroatien gemacht hat. Sie ist von der Wichtigkeit der Bewusstseinsbildung überzeugt und gibt ihr umfassendes Wissen an die nächste Generation von Jurist*innen weiter und sorgt durch wichtige Allianzen mit Universitäten im CEE Raum dafür, dass ihre Themen an Bedeutung stets gewinnen.

 

Petra Smutny leistet als österreichische Rechtsanwältin seit dem Anfang ihrer Karriere herausragende Arbeit im Bereich der Menschenrechte. Sie zeigt immer wieder vor, wie man mit Hilfe des Rechts die Gleichbehandlung und Gerechtigkeit erreichen kann. Sie wirkt in diesem Bereich als herausragendes Beispiel weiblicher beruflicher Stärke in Österreich.

 

Wir möchten auf diesem Wege aber auch ganz besonders den Mitgliedern des Laureats Selection Committee danken, das aus weit über 60 Nominierungen für den Justitia Award 2020 die Nominierungen für die Auszeichnungen und letztlich die Ausgezeichneten gewählt hat:

 

Prof.in Dr.in Sonja Bydlinski, MBE/Leiterin der Abteilung für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht des Bundesministeriums für Justiz, Dr.in Alix Frank-Thomasser / Rechtsanwältin und Präsidentin von Women in Law, Dr.in Julia Valsky / Head of Group Diversity Management, Erste Group Bank AG, Timothy Wilson, OBE / Chief Executive MSI Global Alliance, Dr. Rupert Wolff / Rechtsanwalt und Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK), Dr.in Raffaela Zillner LL.M. / Mitglied des Vereinsvorstandes des Juristenverbandes.

 

Das Laureats Selection Committee 2021 freut sich schon sehr auf viele Nominierungen: Der Nominierungsprozess für die Justitia Awards 2021 ist bereits eröffnet und wir freuen uns über jede Nominierung herausragender Frauen im Recht. Weitere Informationen gibt es unter: https://www.womeninlaw.info/women-in-law- 2021-justitia-awards/.