Hard on the Problem, soft on the people

STRAFRECHT. Erst vor vier Jahren gegründet ist die junge Strafrechts-Boutique KOLLMANN WOLM in Wien bereits an vielen namhaften Verfahren beteiligt. Das Erfolgsrezept lautet: Persönliche Betreuung auf der Basis umfassender Erfahrung und fokussierter Expertise.

Interview: Dietmar Dworschak

Wie kommt es, dass Sie innerhalb von nur vier Jahren bei nationalen und internationalen Rankings wie Chambers, Legal 500 und dem traditionellen TREND Anwaltsranking ziemlich weit vorne liegen?

Ein Erfolg durch Fokussierung?

 

Mag. Philipp Wolm: Wir beide stammen ja von Tag eins an aus einer anspruchsvollen Strafrechtsschule. Ich habe bereits als Student als juristischer Mitarbeiter bei einem der renommiertesten Strafverteidiger meine Liebe zum Strafrecht entdeckt. Diesen Weg habe ich anschließend in der Kanzlei Soyer fortgesetzt, wo Kollege Kollmann bereits arbeitete. Wir haben im Grunde nichts anderes gelernt (lacht).

 

Dr. Lukas Kollmann: Die von Ihnen erwähnten Rankings sehen wir insbesondere als Zeichen der Wertschätzung durch unsere KlientInnen und KollegInnen.

 

Strafrecht ist ein Entweder-Oder-Fach. Was hat Sie gerade zu diesem Schwerpunkt hingezogen?

 

Mag. Philipp Wolm: Strafrecht ist sicher die Speerspitze der Anwaltei. Das Strafrecht ist ganz nah am Menschen. Es geht um etwas, oft um die persönliche Freiheit, also das höchste Rechtsgut. Dadurch ist es sehr abwechslungsreich und spannend. Wir können für unsere Klienten tatsächlich etwas erwirken, das sich nicht nur in Zahlen ausdrückt, sondern bestenfalls in der persönlichen Freiheit Wer einmal berechtigt oder auch nicht einer Straftat bezichtigt wird, ist schnell in seiner Existenz bedroht. Droht dann auch noch das Haftübel, wird die Strafverfolgung zu einer traumatischen Erfahrung für den Betroffenen. Hier bedarf es eines professionellen anwaltlichen Beistands, um das Beste aus der Situation zu machen.

 

Strafrecht ist aber sicher auch das dramatischste Fach. Wie schafft man es als relativ junger Mensch, mit den teilweise massiven Emotionen umzugehen, die in den jeweiligen Verfahren stecken?

 

Dr. Lukas Kollmann: Selbstverständlich muss man sich in die Sache selbst einlassen. Zugleich ist es aber unbedingt notwendig, die Emotionen, die sich in jedem einzelnen Akt wiederfinden, völlig auszublenden. Nur dann kann eine präzise Verteidigung Erfolg haben. Es ist aber sicherlich auch richtig – aus verständlichen Gründen – , dass man in unserem Alltag teilweise auch die Rolle eines Psychologen zu übernehmen hat.

 

Mag. Philipp Wolm: Hard on the problem, soft on the people könnte man sagen.

 

Ihr Portfolio umfasst die Themen Korruptionsstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Auslieferungsrecht, Compliance, Suchtmittelrecht, Finanzstrafrecht und Haftrecht. In welchem dieser Bereiche haben Sie am meisten zu tun?

 

Mag. Philipp Wolm: Man kann es teilen zwischen Wirtschaftsstrafrecht und klassischen Blut-und-Blech-Causen. Im zweitgenannten Bereich überwiegen das Suchtgiftrecht bzw. jene Verfahren, wo ein Suchtgiftkonnex im Sinne von Beschaffungskriminalität gegeben ist. Statistisch gesehen sind dies auch die meisten Verfahren, die am Landesgericht für Strafsachen in Wien verhandelt werden.

 

Dr. Lukas Kollmann: Demgegenüber ist die Anzahl an Wirtschaftsstrafrechtscausen sicherlich geringer, dafür kommt dort der Faktor der meist mehrjährigen Dauer hinzu. Was in unseren Alltag deutlich zunimmt ist die bereits angesprochene Compliance-Beratung. Wir merken sehr, dass die strafrechtliche Prävention für Unternehmen immer wichtiger wird. Bereits bei vergleichsweise kleinen Verdachtsmomenten tritt man an öfter uns heran, um massivere Folgen zu vermeiden.

 

Gibt es im Bereich Wirtschaftsstrafverfahren klingende Namen, die Sie nennen können?

 

Lukas Kollmann: In Wirtschaftsstrafrechtssachen ist es das überwiegendste Interesse der Mandanten, gerade nicht in den Medien vorzukommen. Alleine die Nennung eines Geschäftsführers oder eines Unternehmens in den Medien im Zusammenhang mit einem Strafverfahren kann auf ein Unternehmen im Markt entsprechende Auswirkungen haben.

 

Eines Ihrer Angebote lautet: wirtschaftsrechtliche Präventionsberatung. Wie groß sollte das von Ihnen zu beratende Unternehmen sein – und was wird vermittelt?

 

Dr. Lukas Kollmann: Die Größe des Unternehmens ist hier nicht das Kriterium. Unsere Beratung hat sich aus dem Bereich der Criminal Compliance entwickelt. Das sind zum einen Sachverhalte, die aus dem Strafrecht heraus vor Entscheidungstreffung zu beurteilen sind. Zum anderen, auch wieder unabhängig von der Unternehmensgröße, geht es etwa um das Verhalten bei Hausdurchsuchungen, Änderungen in der Gesetzeslage und ähnliches. Ein neues, wichtiges Thema ist auch das Whistleblowing.

 

Junge, aufstrebende Kanzleien erkennt man daran, dass sie für ihre Entwicklung ehrgeizige Ziele haben. Welche sind das bei Ihnen?

 

Dr. Lukas Kollmann: Wir hoffen und bemühen uns sehr, dass wir dieses bewusst gewählte Boutique-Konzept im Strafrecht mit der personellen Differenzierung allgemeines Strafrecht bei Kollegen Wolm und Wirtschaftsstrafrecht und Compliance bei mir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern weiter verfeinern können.

 

Mag. Philipp Wolm: Wir beschäftigen momentan einen weiteren Rechtsanwalt und drei Rechtsanwaltsanwärter. Das ist momentan eine Größe, mit der sich für unser Rechtsgebiet gut arbeiten lässt und ich glaube, dass eine weitere personelle Aufstockung nicht notwendig ist, um die bisherige Qualität der Arbeit zu halten. Zumal unsere Arbeit sehr personenbezogen ist.

 

Herr Dr. Kollmann, Herr Magister Wolm, danke für das Gespräch.