Verantwortung delegieren

 

 

Dr. Franz Brandstetter

ist Jurist und Unternehmensberater sowie Herausgeber des Fachbuches „Rechtsabteilung und Unternehmenserfolg” (LexisNexis).

In anwalt aktuell gibt er regelmäßig Tipps für Rechtsabteilungen.

www.franzbrandstetter.at

Um das eigene Unternehmen sicher durch die immer komplexer werdende Geschäftswelt zu navigieren ist es sinnvoll, Verantwortung innerhalb der eigenen Organisation zu delegieren.

Dies macht aus verwaltungsstrafrecht licher Ressortverteilung (nach § 9a VStG) Sinn und kommt gleichzeitig der Verpflichtung nach, ein internes Kontrollsystem zu führen, das den Anforderungen des Unternehmens entspricht (§ 22 (1)  GmbHG). Ziel sollte dabei sein, die gesamte Wertschöpfungskette bzw. Wertschöpfungsprozesse von Interessenten und Kundengewinnung über Produktion und Übergabe der Produkte oder Dienstleistungen, bis hin zu Gewährleistung und Produktbeobachtung zu beleuchten. In der Praxis stolpert man dabei über veraltete Stellenbeschreibungen, über in die Jahre gekommene Organisationsanweisungen, bis hin zu fehlenden Prozessdokumentationen oder Regularien zu Compliance. Dies aufzuarbeiten ist oft mit weit mehr Arbeit verbunden als ursprünglich erwartet. Es ist aber eine Investition in die Zukunft des Unternehmens. Transparenz und saubere Dokumentation sind dabei unverzichtbar. Nicht zuletzt sind Geschäftsführer verpflichtet, die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes zu wahren. Für interne und externe Berater ist dies die Chance, die eigene Wertschöpfung zu verbessern und dem Unternehmen nachhaltig zum Erfolg zu verhelfen.