Wenn Computer juristische Sprache verstehen können

 

Ein Großteil der tagtäglichen Arbeit in Kanzleien ist das Erfassen und Bearbeiten von Texten – seien es Verträge, gegnerische Klagschriften, Klagebeantwortungen, Publikationen, oder einfach nur die Vorarbeiten oder Recherchen von Konzipienten. Nahezu immer muss der Text schnell erfasst, einzelne Argumente eingeordnet oder anhand von Literatur überprüft werden.

Könnten Computer juristische Texte analysieren, würde dies eine neue Dimension des juristischen Arbeitens eröffnen. In Zukunft soll Software unstrukturierten Text verstehen können. Dahinter verbirgt sich ein wahrer Schatz: Programme könnten in der juristischen Arbeitsweise sogar einige Schritte „vorausdenken“ und könnten Routinetätigkeiten abnehmen – z.B.: das Herstellen einer schnellen Orientierung oder einer zweckdienlichen Basis an Rechtsliteratur. Je schneller man den inhaltlichen juristischen Rahmen ab­ gesteckt hat, desto eher und genauer kann man darin navigieren, gestalten, entscheiden und beraterische Wertschöpfung kreieren. Mit Lexis SmartScan will LexisNexis genau das der österreichischen Rechtsbranche ermöglichen: Eine automatische Textanalyse, die beim langwierigen Bearbeiten von Texten unterstützen soll. Mit Lexis SmartScan wird erstmals die Natural-Language-Processing-Technologie für die Rechtsbranche nutzbar gemacht – es handelt sich somit um eine echte Erfassung der Bedeutung. Lexis SmartScan ist ein Addin für Microsoft Word und erlaubt es Juristen Word und PDF-Dateien (z.B. gegnerische Schriftsätze) mit einem Klick automatisiert auf ihren juristischen Gehalt zu analysieren.

Als Scan-Ergebnis erhält der Jurist eine um­ fassende Zusammenstellung mit relevanter, weiterführender Literatur ausgewählt aus tausenden Fachbüchern, Fachzeitschriften, Gesetzen und Gerichtsurteilen. Dabei durchsucht Lexis SmartScan die Lexis 360® Rechtsdatenbank und importiert die Ergebnisse direkt in Word. Das Tool findet auch im Ausgangstext zitierte Quellen (z.B. Urteile, Gesetze), die aufgelistet werden und ebenfalls im Volltext abrufbar sind.

Die automatische Verarbeitung juristischer Sprache birgt ein enormes Potential, auch wenn eine komplett automatische Bearbeitung eines juri­ stischen Falles durch einen Computer sehr un-wahrscheinlich erscheint. Das Tool Lexis SmartScan macht nun erstmals Natural Language Proces-sing für die österreichische Rechtsbranche verfügbar. Während in der Vergangenheit nur das Erkennen von juristischen Zitaten möglich war, können damit schon für den Ausgangstext passende weiterführende Inhalte vorgeschlagen werden – Die Zukunft bleibt spannend.

 

Ein beispielhafter Ablauf einer Textanalyse anhand des Word-Addins Lexis SmartScan

(www.Lexis.at/SmartScan)

1) Folgender Text wird von der Software analysiert:

Dritten kann keine Einsicht in den Sachwalterschaftsakt gewährt werden, auch wenn sie ein rechtliches Interesse darlegen. OGH 20. 12. 2017, 10 Ob 66/17d

 

2) Im Hintergrund schafft das System eine grammatikalische Zuordnung, gewichtet die Inhalte des Textes, und reduziert sie auf Wortstämme.

3) Lexis SmartScan erkennt den Kontext und empfiehlt relevante Literatur.