Der Vorstand der Vereinigung österreichischer Unternehmensjurist:innen (v.l.n.r.): Mag. Christoph Klaffenböck, Mag. Andreas Balog, Mag. EvaMaria Tos, Mag. Dominik Schelling, Ass.jur. Jacqueline Preißinger, Dr. Pia Ratzinger, Mag. Stefanie Thuiner, Mag. Simon Schützeneder, Mag. Bernhard Breunlich
UNTERNEHMENSJURIST:INNEN. In den zwölf Jahren seit Gründung der Vereinigung der Unternehmensjurist:innen ist die Akzeptanz dieses Berufes markant angewachsen. Dieser Imagegewinn macht sich zunehmend auch in höherer hierarchischer Positionierung und in der Selbstcharakterisierung „Ermöglicher statt Verhinderer“ bemerkbar. Für das Programm des Jahreskongresses am 28. September sind einige grundsätzliche Neuerungen geplant.
Mittlerweile zählt die Vereinigung der österreichischen Unternehmensjurist:innen rund 500 Mitglieder. Tendenz steigend. Eine der Maßnahmen, diesen Stand zu erweitern, könnte gerade in Hinblick auf den Jahreskongress am 28. September in Wien interessant sein: die Unternehmens-Mitgliedschaft. Vorstandsmitglied Pia Ratzinger: „Wir stellen fest, dass es immer mehr Firmen gibt, denen die fachliche Vernetzung ihrer Unternehmensjurist:innen wichtig genug ist, dass sie die Mitgliedschaft übernehmen.“ Die Vorteile liegen auf der Hand: Die innerhalb der letzten zwölf Jahre aufgebaute Struktur von Landesorganisationen und Fachkreisen sichert – neben dem Jahreskongress – den Zugang zu laufend aktualisiertem Fachwissen, das exakt auf die Bedürfnisse der Unternehmensjurist:innen zugeschnitten ist. Tolle Fortbildung für wenig Geld.
Jahreskongress mit fünf Säulen
Gemeinsam mit Pia Ratzinger haben sich ihre Vorstandskollg:innen Stefanie Thuiner und Christoph Klaffenböck Gedanken für ein Grundmodell der Informationsstruktur nicht nur für 2026, sondern auch für die Folgejahre gemacht. Fünf Säulen sollen jene Wissens- und Tätigkeitsgebiete abbilden, die für Unternehmensjurist:innen von besonderer Bedeutung sind: „Mindset, Leadership und Karriere“, „Tech, KI und Legal Innovation“, „Risikomanagement“, „Compliance, Gesellschaft, Werte und Verantwortung“ sowie „Rechtliche Praxisfelder“. Neben dieser strukturellen Programmneuerung gibt es auch einen inhaltlich-personellen Neustart. Anstelle der früher „von außen“ eingeladenen Jurist:innen, insbesondere aus der Anwaltschaft, besinnt man sich bei der Auswahl der Vortragenden künftig auf die eigenen Stärken: „Inhouse für Inhouse“.
Berufsbild schärfen.
Sichtbarkeit stärken Die Frage der Etablierung eines eigenen Rechtsberufs „Unternehmensjurist:in“ stelle sich momentan nicht, geben die drei Vorstandsmitglieder zu Protokoll. Es gehe vielmehr darum, das Berufsbild zu schärfen und die Sichtbarkeit zu stärken. Dafür wird intern ein breites Informations- und Vernetzungsangebot ausgerollt. Laufend wer den Veranstaltungen gemeinsam mit Rechtsanwaltskanzleien angeboten, speziell in Wien und in den Landeshauptstädten. Dort kommt es auch zu physischen Treffen oder zu Meetings in juristischen Fach kreisen der Vereinigung. Besonders beliebt sind hybride Online-Formate, bei denen bis zu 80 Interessent:innen zusammenkommen. Hier findet die Diskussion von Fachthemen aus der Welt der legal counsels virtuell statt. Purer digitaler Wissenstransfer. Zur Intensivierung der internen Kommunikation der Vereinigung wird monatlich ein Newsletter verschickt, der die Themenwelt der Inhouse-Jurist:innen erweitern und auf aktuelle Veranstaltungstermine aufmerksam machen soll. Nach außen hin aktiviert die Vereinigung der Unternehmens jurist:innen die Kommunikation in Richtung „anderer gesellschaftlicher Stakeholder“ (Christoph Klaffenböck). Grundsätzlich wird ein „Schulterschluss unter juristischen Berufen“ angestrebt, national und international. „Österreich ist klein, besonders viele Jurist:in nen gibt es nicht – also halten wir zusammen!“ (Pia Ratzinger)
Auch über Landes- und Kontinentsgrenzen hinweg werden laufend Informationen zum Status und zu wichtigen Themen der Unternehmensjurist:innen ausgetauscht. Stefanie Thuiner wird im Oktober an der Konferenz der European Company Lawyers Associati on (ECLA) in Paris teilnehmen. Sicher macht man sich auch dort Gedanken über die bedrohte „digitale Souveränität“, speziell in Europa. Mit diesem Keynote-Thema eröffnet der Kongress der österreichischen Unternehmensjurist:innen am 28. September in Wien.
